Keine Steuergelder für Kindergärten der evangelikalen “Homoheiler”

Die Deutsche Evangelische Allianz, der Zusammenschluss der bibeltreuen Evangelikalen mit 1,4 Millionen Mitgliedern hat in einem Brief vom 9. Mai 2019 Bundestagsabgeordneten aufgefordert, sich gegen ein geplantes Gesetz zum Verbot der „Homoheilung” auszusprechen. Der Antrag auf Verbot von Konversionstherapien (Homoheilung) im Bundesrat wurde unter anderem von den Ländern, Hessen, Berlin und Bremen eingebracht.

In diesem Zusammenhang muss jedoch auch darauf hingewiesen werden, dass in Bremen fünfzehn Kindergärten mit ca. 760 Plätzen von evangelikalen Kirchengemeinden, die Mitglieder Evangelischen Allianz sind, getragen und inhaltlich, missionarisch bestimmt werden. Diese fünfzehn Kindergärten werden aus allgemeinen Steuermitteln aller Steuerzahlenden finanziert. Damit wird die Verbreitung evangelikaler und dem Mittelalter verhafteter Religionsvorstellungen unterstützt.

Der Betrieb von Kindergärten Bedarf des Eignungsnachweises als Träger der Jugendhilfe und einer Finanzierungsvereinbarung mit den senatorischen Behörden. Wenn die Bremen Landesregierung und die Bürgerschaftsparteien Wert darauf legen, jegliche Diskriminierung, Homophobie und die Schürung von Vorurteilen zurück zu drängen und zu verhindern, sollte Kindererziehung nach evangelikalen Leitbildern die Finanzmittel und die Betriebserlaubnis entzogen werden.

Die evangelikalen Leitbilder der Bibeltreuen finden sich hier:
„Evangelischen Allianz vom 29. September 2017
Deutsche Evangelische Allianz beschließt Leitgedanken zu Ehe und Homosexualität.
.. Die in der Bibel beschriebene homosexuelle Praxis ist mit dem Willen Gottes und damit dem biblischen Ethos unvereinbar (3. Mose 18, 22; 20,13; Römer 1, 24 – 27; 1. Korinther 6, 9; 1. Timotheus 1, 10).”

Und in der Bibel, 3. Mose 20, 13 findet sich folgender Satz: „Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben.”

Derartiges Gedankengut hat in Kindergärten nichts verloren.

“Abschied von der Kirchenrepublik” mit Michael Schmidt-Salomon

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung
Am 10. Mai um 19 Uhr Schlachthof- Magazinboden, 28215 Bremen,  Findorffstr. 51

100 Jahre nach der Verabschiedung der Weimarer Verfassung und 70 Jahre nach dem Inkrafttreten des Grundgesetzes sollte das Verfassungsgebot der weltanschaulichen Neutralität des Staates endlich umgesetzt werden.  Michael Schmidt-Salomon erklärt in seinem Vortrag, warum es höchste Zeit ist, die „Kirchenrepublik Deutschland” hinter uns zu lassen und die verfassungswidrige Diskriminierung religionsfreier Menschen zu beenden. Der Vortrag von Schmidt-Salomon ist gleichzeitig Teil der Buskampagne unter dem Titel Schlussmachen jetzt, die maßgeblich von  der Giordano-Bruno-Stiftung (GBS) organisiert wird.
Die Buskampagne der GBS ist eine Busfahrt quer durch Deutschland mit dem Besuch von insgesamt 20 Städten. Damit soll die Forderung nach einer konsequenten Trennung von Staat und Religion sowie die strikte Beachtung des Verfassungsgebotes der weltanschaulichen Neutralität des Staates Nachdruck verliehen werden.

Es muss endlich Schluss damit sein,
dass Bischofsgehälter aus dem allgemeinen Steuertopf bezahlt werden,
dass die Kirchen das Arbeitsrecht unterlaufen können,
dass katholische Missbrauchstäter der Strafverfolgung entgehen,
dass schwerstkranken Menschen das Recht verwehrt wird, selbstbestimmt zu sterben,
oder dass Frauen Zwangsberatungen über sich ergehen lassen müssen, wenn sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden! zu diskutieren.Wir fordern die konsequente Trennung von Staat und Religion sowie die strikte Beachtung des Verfassungsgebotes der weltanschaulichen Neutralität des Staates!

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Veranstaltung zum kirchlichen Arbeitsrecht

Spannende Diskussion zum kirchlichen Arbeitsrecht

Das Forum Säkulares Bremen hatte zu einem Diskussionsabend eingeladen. Bernhard Baumann-Czichon, Bremer Fachanwalt für Arbeitsrecht und spezialisiert auf die Besonderheiten bei Kirchen und deren Wohlfahrtsverbänden, führte umfassend in die Situation nach den Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs und des Bundesarbeitsgerichts zur Gleichbehandlung ein. Er führte aus, dass mit diesen Entscheidungen ein radikaler Einschnitt erfolgte, dessen Auswirkungen auf die Einstellungspraxis der Kirchen allerdings erst in einigen Jahren sichtbar sein werden. Beide Kirchen haben bereits Schritte unternommen, die eigen Vorschriften und Richtlinien der neuen Rechtsprechung anzupassen. Sicherlich eine Anerkennung der juristischen Niederlage. Baumann-Czichon, der auch die Zeitschrift „Arbeitsrecht und Kirche“ heraus gibt, bezog in seine Betrachtungen auch die veränderten Rahmenbedingungen, in denen insbesondere die kirchlichen Wohlfahrtsorganisationen agieren, ein. Die kirchlichen Sozialeinrichtungen mit 1,3 Millionen Beschäftigten machen zwei Drittel der freien Wohlfahrtspflege aus, werden ausschließlich über staatliche Steuer- bzw. Sozialkassen finanziert und treffen auf eine arbeitsfähige Bevölkerung (15 bis 66 Jahre), die mehrheitlich aus Nicht-Kirchenmitgliedern besteht.

Für Interessierte haben wir einen längeren Text von Bernhard Baumann-Czichon aus der Zeitschrift „Arbeitsrecht und Kirche“ (02/2018) hier angehängt.

26.02. Islam und säkularer Staat – Ein Widerspruch?

Die Veranstaltung mit Lale Akgün war der Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe des Forum Säkulares Bremen. Es war eine spannende Debatte zum Verhältnis von Religionen und Staat. Vorrangig das Gebahren des politischen Islam wurde von den Besucher*innen intensiv diskutiert. Die Versuche der konservativen Moscheeverbände (DITIB, Milli Göres usw.) politischen Einfluss zu erlangen wurden anschaulich geschildert und kritisiert. An Stelle der Worte Koran und Moscheeverband hätte allerdings auch Bibel und katholische Kirche eingesetzt werden können. Brüder im Geiste.

Pressemitteilung vom 14.01.19

Das christliche Netz der Bremer Bourgeoisie

Ein Name steht beispielhaft für der Vernetzung von Bremer Kirchenaktivisten der Domgemeinde, der bremischen Politik und vor allem der Interessenvertretung der bremischen Unternehmen in der Industrie- und Handelskammer: Harald Emigholz, Chef der alteingesessenen Reifenhandelsfirma gleichen Namens. Er war über lange Jahre Diakon der Domgemeinde und von 2016 bis 2018 Präses der IHK Bremen. Er ist kaufmännisches Mitglied des Hauses Seefahrt und war Schaffer. Er war auch Vorsitzender der Stiftung des kirchlichen Ökumenischen Gymnasiums Bremen. Ein Zufall oder die Spitze eines Eisbergs? Weiterlesen “Pressemitteilung vom 14.01.19”

Pressemitteilung vom 09.12.2018

Die Bremische Evangelische Kirche, ihr Arbeitsrecht und ihre Paralleljustiz

Rechtswidrig und aus der Zeit gefallen

Die Bremische Evangelische Kirche (BEK) beharrt auf ihrem mittelalterlichen Recht, die Gesinnung ihrer Untertanen, heute noch ca. 6500 Angestellte, zu bestimmen. Wer sein grundgesetzlich verbrieftes Recht der Religionsfreiheit wahrnimmt, also auch das der Freiheit aus einer Kirche auszutreten, verliert seinen Job oder wird gar nicht erst eingestellt. Weiterlesen “Pressemitteilung vom 09.12.2018”