HPD vom 14.02.2018

Direkt von der Pressestelle des Gemeindeverbands wechselt die Sprecherin der katholischen Kirche in Bremen nun ins Rathaus der Stadt, wo sie für den städtischen Kontakt zu Religions- und Glaubensgemeinschaften zuständig sein wird. Einen möglichen Interessenkonflikt sieht die Politik in Bremen offenbar nicht.

Noch steht der Name von Dr. Martina Höhns auf den Seiten der Pressestelle des katholischen Gemeindeverbands in Bremen. Dort ist die 53-jährige Bremerin bisher für Presse, Rundfunk und Öffentlichkeitsarbeit der Religionsgemeinschaft zuständig gewesen. Ab dem 1. Mai jedoch wechselt die promovierte Politikwissenschaftlerin ins Bremer Rathaus, um dort für den Kontakt zu den Religions- und Glaubensgemeinschaften, also auch ihren Ex-Arbeitgeber, zuständig zu sein.

Der Weser-Kurier als wesentlichste Lokalzeitung attestiert dem Rathaus: „Dass es eine exponierte Katholikin ist, die sich im mehrheitlich protestantischen Bremen um die Religions- und Glaubensgemeinschaften kümmern wird, spiegelt eine Offenheit wider, die in dieser Frage typisch ist fürs Rathaus und in den vergangenen Jahren noch zugenommen hat.“ Kritisch hinterfragt wird der Wechsel der Kirchenlobbyistin in die politische Schaltzentrale des Bundeslands Bremen nicht.

Während der ehemalige Präsident des Senats und Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen, Jens Böhrnsen (heute Reformationsbotschafter), noch Kirchensenator war, entwickelte sich diese Position unter Carsten Sieling zwar zum „Senator für Angelegenheiten der Religionsgemeinschaften“, Weltanschauungsgemeinschaften bleiben aber auch weiterhin außen vor.

Höhns war von 2002 bis 2008 Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz und sitzt für die katholische Kirche im Rundfunkrat von Radio Bremen.

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